Warum werden Menschen in Österreich im Herbst so häufig krank – und ist wirklich nur die Jahreszeit schuld?
September. Die Kinder kehren in die Schulen zurück, die Kolleginnen und Kollegen in die Büros, und schon wenige Wochen später wird überall gehustet und geniest und über Halsschmerzen geklagt. Jedes Jahr wiederholt sich dasselbe Bild.
Viele sprechen von „Saisonalität“, als wäre der Herbst selbst der Grund für die Erkrankungen. Die Wissenschaft betrachtet die Situation jedoch etwas differenzierter.
Sind Viren im Herbst tatsächlich aktiver?
Teilweise ja. Manche Viren – insbesondere Rhinoviren, die einen großen Teil der Erkältungen verursachen – überleben und verbreiten sich in kälterer und trockenerer Luft effektiver. Auch die Grippe zeigt ein saisonales Muster. Das erklärt jedoch nur einen Teil der Situation.
Wichtiger ist eine andere Frage: Warum fällt es unserem Immunsystem gerade im Herbst schwerer, mit diesen Viren umzugehen? Die Antwort liegt nicht nur in der Aktivität der Viren, sondern auch in den Veränderungen, die während der Übergangszeit im menschlichen Körper stattfinden.
Sechs tatsächliche Gründe, warum Menschen in Österreich im Herbst häufiger krank werden
1. Der Vitamin-D-Spiegel sinkt
Das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten und am besten dokumentierten Gründe. Im Sommer bildet der Körper mithilfe des Sonnenlichts Vitamin D über die Haut. Im September wird der Einfallswinkel der Sonne geringer, wodurch die Vitamin-D-Produktion in der Haut deutlich eingeschränkt wird.
Vitamin D ist nicht nur ein „Knochenvitamin“. Es ist auch an der Regulierung von Zellen des Immunsystems beteiligt, darunter T-Lymphozyten und Makrophagen. Sinkt der Vitamin-D-Spiegel, kann die Fähigkeit des Immunsystems beeinträchtigt werden, Viren zu erkennen und zu bekämpfen.
Ein Vitamin-D-Mangel ist auch in Österreich während der Herbst- und Wintermonate weitverbreitet. Davon können selbst Personen betroffen sein, die im Sommer viel Zeit im Freien verbracht haben.
2. Veränderungen des Schlafs und des Tag-Nacht-Rhythmus
Im September und in den darauffolgenden Herbstmonaten werden die Tage deutlich kürzer. Das klingt zunächst banal, bedeutet für den Körper biologisch aber eine Belastung.
Der zirkadiane Rhythmus – die innere biologische Uhr – wird vor allem durch Licht gesteuert. Wenn die Tageslichtmenge rasch abnimmt, muss sich der Körper anpassen. Diese Umstellung kann mehrere Wochen dauern.
Während dieser Zeit kann der Schlaf weniger tief sein, die Aufwachzeit stimmt möglicherweise nicht mehr mit dem biologischen Morgen überein und die Melatoninproduktion kann sich verändern. Schlaf zählt jedoch zu den wichtigsten Regulatoren des Immunsystems. Während der Tiefschlafphasen produziert der Körper unter anderem Zytokine, die an der Abwehr von Infektionen beteiligt sind.
Menschen, die ungefähr sechs Stunden schlafen, können deutlich anfälliger für Erkältungen sein als Personen mit sieben bis acht Stunden Schlaf.
Daher ist die Schlafumgebung im Herbst nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Gesundheit. Atmungsaktive Bettwäsche aus natürlichen Materialien wie Perkal, Tencel oder Baumwolle hilft dem Körper, während der Nacht eine angenehme Temperatur zu halten, und schafft bessere Voraussetzungen für einen ungestörten Schlaf. Eine entsprechende Auswahl finden Sie in der SAVAS Home Kollektion.
3. Die Rückkehr der Kinder in die Schule – ein wirkungsvolles Verteilernetz für Viren
Viele Eltern kennen das aus eigener Erfahrung. Schulen und Kindergärten sind Umgebungen, in denen sich Infektionen besonders schnell verbreiten können.
Hunderte Kinder halten sich gemeinsam in geschlossenen Räumen auf, greifen zahlreiche Oberflächen an und bringen die Viren anschließend mit nach Hause zu Eltern, Großeltern und Geschwistern.
Der September ist daher nicht nur der Beginn eines neuen Schuljahres. Er kann gleichzeitig den Anfang einer Infektionswelle darstellen, die sich innerhalb von zwei bis drei Wochen von Schulen und Kindergärten auf Arbeitsplätze und Haushalte ausbreitet.
4. Die Rückkehr in geschlossene Räume
Im Sommer verbringen wir mehr Zeit im Freien. Im Herbst kehren wir in Büros, Schulen, Geschäfte, öffentliche Verkehrsmittel und andere Innenräume zurück.
Ein voller und schlecht gelüfteter Raum bietet ideale Bedingungen für die Verbreitung von Viren. Aerosole bleiben möglicherweise länger in der Luft, die Zahl enger Kontakte steigt und die Belüftung ist nicht immer ausreichend.
Auch in Österreich gibt es Schulen, Büros und Wohnungen, deren Belüftung nicht optimal ist. Die COVID-19-Pandemie hat dieses Problem stärker sichtbar gemacht, aber nicht überall dauerhaft beseitigt.
5. Stress und eine beeinträchtigte Immunabwehr
Der September ist für viele Menschen in Österreich eine besonders stressige Zeit. Die Kinder kehren in die Schule zurück, die Arbeit wird nach dem Sommer wieder intensiver, Fristen rücken näher und die Tage werden kürzer.
Chronischer Stress kann das Immunsystem unter anderem über den Cortisolmechanismus beeinträchtigen. Cortisol ist für kurzfristige Stressreaktionen notwendig. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann jedoch die Produktion und Aktivität bestimmter Immunzellen reduzieren.
Dadurch sind viele Personen im Herbst gleichzeitig stärker Viren ausgesetzt und weniger gut in der Lage, diese abzuwehren.
6. Veränderungen des Raumklimas und der Schlafumgebung
Über diesen Faktor wird eher selten gesprochen, obwohl er einen direkten Einfluss haben kann.
Mit dem Beginn der Heizsaison wird die Luft in Wohnungen, Schulen und Büros trockener. Die relative Luftfeuchtigkeit kann auf etwa 20 bis 30 Prozent sinken, während ungefähr 40 bis 60 Prozent als angenehmer Bereich gelten.
Trockene Luft trocknet die Schleimhäute in Nase und Rachen aus. Diese bilden eine der ersten Schutzbarrieren des Körpers gegen Viren. Sind die Schleimhäute ausgetrocknet, kann ihre Schutzfunktion beeinträchtigt werden. Außerdem können sich virenhaltige Aerosole unter bestimmten Bedingungen länger in trockener Luft halten.
Kann man vorbeugen? Was wissenschaftliche Erkenntnisse nahelegen
Es gibt keine einzelne Universallösung. Mehrere Maßnahmen können jedoch dabei helfen, das Infektionsrisiko zu senken und den Körper während des Herbstes zu unterstützen.
Vitamin D
Im Herbst kann es sinnvoll sein, den eigenen Vitamin-D-Spiegel überprüfen zu lassen und bei Bedarf ein Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Für Erwachsene wird häufig eine Menge von 1.000 bis 2.000 internationalen Einheiten pro Tag genannt. Die genaue Dosierung sollte individuell mit medizinischem Fachpersonal abgestimmt werden.
Schlafqualität
Guter Schlaf ist kein Luxus, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Immunabwehr. Während des Schlafs finden verschiedene Prozesse statt, die den Körper bei der Regeneration und beim Umgang mit Infektionen unterstützen.
Die Verbesserung der Schlafumgebung – eine geeignete Temperatur, Dunkelheit und passende Bettwäsche – kann die Schlafqualität unmittelbar beeinflussen. Atmungsaktive Bettwäsche aus natürlichen Materialien von SAVAS Home unterstützt eine angenehme Körpertemperatur während der Nacht und schafft gute Voraussetzungen für einen tiefen und ungestörten Schlaf.
Luftbefeuchter
Ein Luftbefeuchter kann sich bereits in der ersten Heizsaison als sinnvolle Investition erweisen. Wird die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer bei ungefähr 45 bis 55 Prozent gehalten, können die Schleimhäute ihre natürliche Feuchtigkeit und Schutzfunktion besser bewahren.
Körperliche Bewegung
Regelmäßige körperliche Aktivität mit moderater Intensität unterstützt die allgemeine Widerstandskraft des Körpers. Übermäßig intensives Training ohne ausreichende Regeneration kann jedoch die gegenteilige Wirkung haben. Wichtig ist daher ein ausgewogenes Verhältnis.
Handhygiene
Es klingt vielleicht selbstverständlich, aber regelmäßiges Händewaschen zählt weiterhin zu den wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen. Besonders wichtig ist es nach Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, vor dem Essen und nach dem Kontakt mit kranken Personen.
Wann sollte man ärztlichen Rat einholen?
Viele Erkrankungen im Herbst werden durch Viren verursacht und klingen innerhalb von sieben bis zehn Tagen von selbst ab. Medizinischer Rat sollte jedoch eingeholt werden, wenn:
- die Körpertemperatur über 39 °C steigt und länger als zwei Tage nicht sinkt;
- die Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten;
- starke Halsschmerzen ohne Husten auftreten, da dies auf eine bakterielle Infektion hinweisen kann;
- Sie einer Risikogruppe angehören, beispielsweise älter sind, an einer chronischen Erkrankung leiden oder schwanger sind.
Zusammenfassung
Der Herbst selbst ist nicht die Ursache dafür, dass wir krank werden. Vielmehr treffen mehrere Umstände zusammen, die gleichzeitig die körpereigene Abwehr schwächen und die Belastung durch Viren erhöhen.
Ein sinkender Vitamin-D-Spiegel, Veränderungen des Schlafs, Stress, trockene Raumluft und der häufigere Aufenthalt mit anderen Menschen in Innenräumen wirken gemeinsam.
Die gute Nachricht ist, dass sich viele dieser Faktoren beeinflussen lassen. Eine bessere Schlafqualität, ein geeignetes Raumklima und ein ausgeglichener Vitamin-D-Spiegel können häufig mehr bewirken als beworbene Mittel, die eine schnelle „Stärkung des Immunsystems“ versprechen.
