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Somnambulismus: warum Menschen im Schlaf wandeln — und ob es gefährlich ist

2026 07 24

Mitternacht. Im Haus ist es still. Plötzlich bemerken Sie, wie Ihr Kind oder Ihr Partner aufsteht, die Tür öffnet und ruhig in die Küche geht. Die Augen sind geöffnet, doch der Blick wirkt leer. Sie sprechen die Person an, aber sie reagiert nicht. Behutsam führen Sie sie zurück ins Bett, und am nächsten Morgen kann sie sich an nichts erinnern.

Das ist Somnambulismus. Obwohl eine solche Situation an eine Szene aus einem Horrorfilm erinnern kann, ist ihre Erklärung wesentlich einfacher und zugleich sehr interessant.

Was ist Somnambulismus?

Somnambulismus, auch Schlafwandeln genannt, ist eine Schlafstörung aus der Gruppe der Parasomnien. Parasomnien äußern sich durch ungewöhnliches Verhalten während des Schlafs.

Während einer schlafwandlerischen Episode kann sich eine Person im Bett aufsetzen, umhergehen, sprechen, Schränke öffnen, essen oder sogar versuchen, das Haus zu verlassen. Dies geschieht meist während des Tiefschlafs, wenn die Person nur schwer zu wecken ist.

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine schlafwandelnde Person nicht so tut als ob und nicht bewusst handelt. Sie schläft tatsächlich. Ein Teil des Gehirns befindet sich weiterhin im Tiefschlaf, während die für Bewegung zuständigen Systeme aktiv werden. Dadurch kann sich die Person bewegen, ohne sich ihrer Handlungen bewusst zu sein.

Warum passiert das?

Die genauen Ursachen des Somnambulismus sind noch nicht vollständig geklärt. Es sind jedoch mehrere Faktoren bekannt, die die Wahrscheinlichkeit solcher Episoden erhöhen können.

Genetische Veranlagung

Die Neigung zum Schlafwandeln kann vererbt werden. Wenn ein Elternteil oder beide Eltern in ihrer Kindheit schlafgewandelt sind, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass auch das Kind solche Episoden erlebt.

Dies deutet darauf hin, dass bestimmte Besonderheiten der Schlafregulation genetisch weitergegeben werden können.

Alter

Somnambulismus tritt bei Kindern deutlich häufiger auf als bei Erwachsenen. Viele Kinder sind mindestens einmal in ihrem Leben schlafgewandelt.

Die meisten wachsen während der Pubertät aus dieser Störung heraus, wenn sich die Schlafstruktur und die Funktion des Nervensystems verändern. Bei Erwachsenen tritt Somnambulismus seltener auf. Beginnt er erstmals im Erwachsenenalter, sollte deshalb ärztlicher Rat eingeholt werden.

Schlafmangel

Schlafmangel gehört zu den wichtigsten Faktoren, die schlafwandlerische Episoden auslösen können.

Wenn eine Person mehrere Nächte zu wenig schläft, versucht der Körper später, den Erholungsmangel durch längere und intensivere Tiefschlafphasen auszugleichen. Dadurch kann der Schlaf instabiler werden und die Wahrscheinlichkeit schlafwandlerischer Episoden steigen.

Die Episoden können nach einer anstrengenden Arbeitswoche, nach Reisen, einem Zeitzonenwechsel oder länger anhaltendem Schlafmangel häufiger auftreten.

Stress und Ängste

Emotionale Anspannung kann die Schlafstruktur beeinflussen und die Wahrscheinlichkeit von Parasomnien erhöhen.

Bei manchen Menschen treten schlafwandlerische Episoden während Prüfungszeiten, beruflicher Krisen, Konflikte oder anderer schwieriger Lebensphasen häufiger auf.

Fieber

Fieber kann insbesondere bei Kindern die normalen Schlafphasen stören. Aus diesem Grund kann eine schlafwandlerische Episode manchmal sogar bei einem Kind auftreten, das zuvor noch nie schlafgewandelt ist.

Bestimmte Medikamente

Einige Schlafmittel, Antihistaminika, Antidepressiva und andere Medikamente können den Schlaf beeinflussen und ungewöhnliches Verhalten in der Nacht begünstigen.

Wenn der Somnambulismus nach Beginn der Einnahme eines neuen Medikaments aufgetreten ist, sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker gesprochen werden. Verschreibungspflichtige Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt werden.

Alkohol

Alkohol kann die Schlafqualität verschlechtern und die Schlafzyklen unterbrechen. Bei Menschen, die bereits eine Neigung zum Schlafwandeln haben, kann Alkoholkonsum die Wahrscheinlichkeit einer Episode erhöhen.

Wie sieht eine schlafwandlerische Episode aus?

Somnambulismus kann sich sehr unterschiedlich äußern. In manchen Fällen setzt sich die Person nur kurz im Bett auf, in anderen führt sie komplexere Handlungen aus.

Leichte Episoden

Die Person setzt sich im Bett auf, murmelt etwas, schaut sich um und legt sich kurz darauf wieder hin. Eine solche Episode dauert normalerweise nicht lange.

Mittelschwere Episoden

Die Person steht auf, geht im Zimmer umher, öffnet Schränke und geht ins Badezimmer oder in einen anderen Bereich der Wohnung. Die Augen können geöffnet sein, doch der Blick wirkt meist leer und unfokussiert.

Komplexe Episoden

Die Person kann in die Küche gehen, essen, sich anziehen oder versuchen, das Haus zu verlassen. In sehr seltenen Fällen sind noch komplexere Handlungen möglich.

Während der Episode reagiert die Person meist nur schwach auf ihren Namen und ihre Umgebung. Die Sprache kann undeutlich oder zusammenhanglos sein, und die Bewegungen sind nicht immer koordiniert. Am Morgen erinnert sich die Person normalerweise an nichts oder nur an einzelne Fragmente.

Ist Somnambulismus gefährlich?

Rund um das Schlafwandeln gibt es zahlreiche Mythen. Einige davon können verhindern, dass in einer gefährlichen Situation richtig reagiert wird.

Mythos Nr. 1: Eine schlafwandelnde Person darf nicht geweckt werden

Das stimmt nicht. Die Person darf geweckt werden, insbesondere wenn sie sich in einer gefährlichen Situation befindet.

Nach dem Aufwachen kann sie kurzzeitig verwirrt oder erschrocken sein und möglicherweise nicht verstehen, wo sie sich befindet. Diese Orientierungslosigkeit geht normalerweise schnell vorüber.

Wenn keine unmittelbare Gefahr besteht, ist es meist besser, die Person ruhig zurück ins Bett zu führen.

Mythos Nr. 2: Eine schlafwandelnde Person vermeidet Gefahren automatisch

Leider ist das nicht der Fall. Während einer Episode kann die Person eine Treppe hinunterfallen, gegen Möbel stoßen, sich an scharfen Gegenständen verletzen, Türen öffnen oder nach draußen gehen.

Das größte Risiko beim Somnambulismus ist nicht die Störung selbst, sondern mögliche Verletzungen während einer Episode.

Mythos Nr. 3: Somnambulismus ist eine psychische Erkrankung

Somnambulismus ist an sich keine psychische Erkrankung. Es handelt sich um eine Störung der Schlafregulation, die besonders häufig im Kindesalter auftritt und in vielen Fällen von selbst verschwindet.

Die wichtigsten tatsächlichen Risiken sind Verletzungen während einer Episode und eine schlechtere Schlafqualität, wenn die Episoden häufig auftreten.

Was sollte man tun, wenn man Somnambulismus bemerkt?

Wenn ein Kind schlafwandelt

Zunächst sollte man nicht in Panik geraten. Schlafwandeln bei Kindern verschwindet häufig mit zunehmendem Alter.

Das Wichtigste ist eine sichere Umgebung.

Schließen Sie Außentüren und Fenster ab.

Sichern Sie Treppen.

Entfernen Sie scharfe, zerbrechliche und gefährliche Gegenstände.

Räumen Sie Gegenstände vom Boden weg, über die das Kind stolpern könnte.

Bringen Sie bei Bedarf einen Alarm oder ein Glöckchen an der Tür an, damit Sie bemerken, wenn das Kind das Zimmer verlässt.

Ein Etagenbett ist für ein Kind mit schlafwandlerischen Episoden aufgrund des erhöhten Sturzrisikos keine gute Wahl.

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Episoden mehrmals pro Woche auftreten, sich das Kind verletzt, das Haus verlässt, tagsüber sehr schläfrig ist oder wenn die Episoden lange und intensiv sind.

Wenn ein Erwachsener schlafwandelt

Somnambulismus bei Erwachsenen sollte stärker beachtet werden, insbesondere wenn er plötzlich beginnt.

Mögliche Ursachen können Schlafmangel, starker Stress, Alkohol, eingenommene Medikamente oder eine andere Schlafstörung sein. In diesem Fall ist eine Beratung durch die Hausärztin, den Hausarzt oder eine Fachperson für Schlafmedizin sinnvoll.

Wie sollte man sich während einer Episode verhalten?

Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie plötzliche Bewegungen.

Wenn die Person nicht in Gefahr ist, führen Sie sie vorsichtig zurück ins Bett.

Schreien Sie nicht und schütteln Sie die Person nicht, da ein plötzliches Erwachen sie erschrecken kann.

Wenn sich die Person einer Treppe, einem Fenster, einer Außentür oder einer anderen gefährlichen Stelle nähert, halten Sie sie auf und wecken Sie sie bei Bedarf behutsam.

Nach dem Aufwachen sollten Sie bei der Person bleiben, bis sie sich wieder vollständig orientieren kann.

Schlafumgebung und Somnambulismus

Über die Schlafumgebung wird seltener gesprochen, doch sie kann die allgemeine Schlafqualität beeinflussen.

Schlafwandlerische Episoden können durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, die den Schlaf stören. Dazu gehören Lärm, eine ungeeignete Zimmertemperatur, Überhitzung, unbequeme Bettwäsche, Stress vor dem Zubettgehen und ein unregelmäßiger Schlafrhythmus.

Es ist wichtig, einen regelmäßigen Schlafplan einzuhalten, ausreichend Zeit für Erholung einzuplanen und vor dem Schlafengehen intensive Aktivitäten sowie Alkohol zu vermeiden.

Atmungsaktive Bettwäsche von SAVAS Home aus natürlichen Materialien kann dazu beitragen, eine angenehme Körpertemperatur aufrechtzuerhalten und eine komfortablere Schlafumgebung zu schaffen. Die Bettwäsche selbst behandelt Somnambulismus jedoch nicht. Sie ist lediglich ein Bestandteil einer guten Schlafhygiene.

Wann sollte man unbedingt ärztliche Hilfe suchen?

Somnambulismus ist normalerweise kein medizinischer Notfall. In bestimmten Situationen ist eine fachärztliche Beratung jedoch wichtig.

Ärztlicher Rat sollte eingeholt werden, wenn:

die Episoden häufig auftreten;

sich die Person verletzt oder eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellt;

der Somnambulismus erstmals im Erwachsenenalter auftritt;

die Person das Haus verlässt oder gefährliche Handlungen ausführt;

die Episoden von lautem Schnarchen, Atemaussetzern, starker Tagesmüdigkeit oder anderen ungewöhnlichen Symptomen begleitet werden;

der Somnambulismus nach Beginn der Einnahme eines neuen Medikaments aufgetreten ist;

die Episoden das Leben der betroffenen Person oder ihrer Familie erheblich beeinträchtigen.

Die Ärztin oder der Arzt kann eine Polysomnografie empfehlen. Dabei handelt es sich um eine Schlafuntersuchung, bei der Gehirnaktivität, Augenbewegungen, Muskelaktivität, Herzrhythmus und Atmung überwacht werden. Die Untersuchung kann helfen, andere Schlafstörungen auszuschließen und die Ursache des Problems genauer festzustellen.

Zusammenfassung

Somnambulismus gehört zu den interessantesten und am häufigsten missverstandenen Schlafstörungen. Es handelt sich weder um Schauspielerei noch um eine psychische Erkrankung oder ein mystisches Phänomen. Es ist eine Besonderheit der Schlafregulation, die in vielen Fällen, insbesondere bei Kindern, mit der Zeit verschwindet.

Drei Dinge sind besonders wichtig. Zunächst muss eine sichere Umgebung geschaffen werden. Außerdem sollten auslösende Faktoren wie Schlafmangel, Stress und Alkohol möglichst reduziert werden. Wenn die Episoden häufig, intensiv oder gefährlich sind, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Das Wichtigste ist, keine Angst zu bekommen. Eine schlafwandelnde Person schläft tatsächlich. Ihr Schlaf ist lediglich etwas bewegter als der anderer Menschen.

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